Religiöses Leben Egalitärer Minjan
Purim
Purim feierte der Egalitäre Minjan mit der spannenden Lesung der Esther-Rolle, die von unserem Mitglied Rafael Luwisch zu einem „Polit-Thriller“ umgeschrieben worden war. Mit verteilten Rollen tauchten die Mitglieder des Minjan in die Protagonisten der Purim-Geschichte ein. Esther zeigte Mut, Haman plante Böses – und alle haben tatkräftig mitgerasselt und mitgespielt. Ein lauter, bunter, frecher Purim‑Spaß für alle mitten im Gottesdienst!
// Egalitärer Minjan

Die Purim-Geschichte als Polit-Thriller und ein Verkleidungsspaß für die Darstellerinnen und Darsteller.

Esther zeigt Mut.

Haman plant Böses.

Der Vorhang geht auf und zu …

… und alle rasseln kräftig mit.

Ein großer Dank an den Autor des Spektakels, Rafael Luwisch.
Fotos: Gemeindemagazin
Besuch des Deutschen Exilarchivs
Am 12. Februar besuchte eine Gruppe des Egalitären Minjan das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 (DEA) in der Deutschen Nationalbibliothek.
Zwischen 1933 und 1945 konnten rund 500.000 deutschsprachige Personen der nationalsozialistischen Verfolgung durch Flucht entkommen, vor allem nach Frankreich, in die USA oder nach Britisch-Palästina. Die Mehrheit dieser Personen waren Juden doch, unter ihnen befanden sich auch politisch Verfolgte. Zur Geschichte des Exils gehören auch prominente Persönlichkeiten, wie Thomas Mann, Vicki Baum, Albert Einstein und Hannah Arendt.
Nach einer Begrüßung durch den stellvertretenden Leiter des Archivs, Dr. Jörn Hasenclever, führten Jesko Bender vom Vermittlungsteam und Michal Schwartze, abgeordnete Lehrkraft, die 2023 bis 2025 für das Archiv Bildungsmaterialien erstellt hat, durch die Dauerausstellung. Anhand von rund 250 Exponaten werden dort Fluchtschicksale, das Leben im Exil, die Bedeutung von Dokumenten und die Zeit nach dem Exil geschildert.
Das DEA, dessen Wurzeln bis 1948 zurückreichen, wurde maßgeblich von exilierten Publizistinnen und Publizisten sowie Schriftstellerinnen und Schriftstellern in der Schweiz mitinitiiert. Ziel war es, Exilpublikationen zu sammeln und öffentlich zugänglich zu machen. Heute umfasst der Bestand etwa 35.000 Bücher, 350 Nachlässe sowie über 10.000 Kunstwerke und ist damit ein bedeutendes kulturelles Erbe.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des Magazins 20 Meter unter der Erde. Natasha Rose, Mitarbeiterin der Erschließung, präsentierte ausgewählte Stücke aus dem Teilnachlass von Walter und Lotte Meckauer, darunter Flüchtlingsausweise und Dokumente aus dem Internierungslager Les Milles.
Der Besuch regte einen intensiven Austausch über persönliche Familiengeschichten und die schwierigen Bedingungen im Exil an, etwa die Zwangsinternierungen in der Schweiz oder die Gefahren illegaler Grenzübertritte. Die Gruppe diskutierte zudem über jüdische Exilerfahrungen und die heutige Relevanz von Flucht und Vertreibung. Aufgrund des großen Gesprächsbedarfs ist ein Folgebesuch geplant.
// Michal Schwartze

Der Egalitäre Minjan zu Besuch im Deutschen Exilarchiv 1933–1945 in der Deutschen Nationalbibliothek.
Foto: Privat
Religiöses Leben Egalitärer Minjan
Vielfalt und Einheit – Ein Abend im Zeichen der Sichtbarkeit, Vielfalt und Gemeinschaft
Nach den Hohen Feiertagen, die der Egalitäre Minjan in der Aula des Philantropin und in der Sukka der Westend- Synagoge begangen hat, besuchte am 30. Oktober zu Kabbalat Schabbat Vorstandsmitglied und Kultusdezernent der Jüdischen Gemeinde, Dr. Daniel Korn, den Minjan. Begrüßt wurde er von dem im August neugewählten Vorstand des Fördervereins Freunde des Egalitären Minjan e.V., Guy Wiener, Dr. Esther Graf und Samuel Nascimento, sowie von Rabbinerin Prof. Dr. Elisa Klapheck und Chasan Daniel Kempin.
Mehr Sichtbarkeit für das liberale Judentum
Ein zentrales Thema des Abends war die Sichtbarkeit des Egalitären Minjan und des liberalen Judentums im Rahmen von Gemeindeveranstaltungen. Daniel Korn hielt fest, dass er sich als Vertreter aller Strömungen innerhalb der Einheitsgemeinde versteht und betonte, dass ihm die stärkere Präsenz des Egalitären Minjan ein wichtiges Anliegen sei. So wolle er sich dafür einsetzen, dass Rabbinerin Klapheck künftig ebenso wie ihre männlichen Kollegen zu allen repräsentativen Veranstaltungen der Jüdischen Gemeinde eingeladen wird, um die religiöse Vielfalt sichtbar zu machen.
Engagement für die nächste Generation
Auch die Sichtbarkeit des Egalitären Minjan in der Schule wurde angesprochen. Hier verwies Daniel Korn auf seinen Vorstandskollegen Marc Grünbaum, der beim 30-jährigen Jubiläum des Minjan eine eindrucksvolle und wertschätzende Rede gehalten hatte.
Offene Türen und gelebte Pluralität
Daniel Korn betonte, dass er jederzeit ansprechbar sei – nicht nur für den Vorstand, sondern auch für alle Mitglieder des Minjan. Seine zentrale Botschaft lautete: Er steht für die Pluralität der Gemeinde und unterstützt jede Form der Einheitsgemeinde. Es sei ihm eine Freude zu sehen, wie lebendig der Egalitäre Minjan sei und dass die egalitäre Betergemeinschaft stetig wächst.
Gemeinschaft in herausfordernden Zeiten
Abschließend hob Korn hervor, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit sei, dass die jüdische Gemeinschaft zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt. Die positive Entwicklung des Egalitären Minjan unter dem Dach der Einheitsgemeinde sei ein ermutigendes Zeichen für gelebte Vielfalt, Offenheit und Solidarität.
Nach dem Kabbalat Schabbat Gottesdienst blieb auch noch genügend Zeit, um in entspannter Atmosphäre beim Kiddusch das Gespräch fortzusetzen und zu vertiefen.
Der Besuch von Daniel Korn hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll der Austausch und das Miteinander innerhalb der Jüdischen Gemeinde sind. Die Mitglieder des Egalitären Minjan blicken gestärkt und voller Vorfreude auf die kommenden Begegnungen und Projekte.
// Dr. Esther Graf
Mitglied des Vorstands des Fördervereins der Freunde des Egalitären Minjan

Foto: Gemeindemagazin
Veranstaltungen des Rabbinats / Rückblick Chanukka
Chanukka beim Egalitären Minjan
Die 6. Kerze zündete der Egalitäre Minjan bei einer Chanukka-Feier für Klein und Groß. Bei einem „Karten-Buchstaben-Quiz“ mit Chasan Daniel Kempin hatten Kinder und Erwachsene gleichermaßen Spaß und bei dem gemeinsamen Kerzenzünden haben die mitgebrachten Channukiot kaum gereicht. Einem kurzen Abendgottesdienst folgte eine festlicher Kiddusch und ein Schiur von Rabbinerin Elisa Klapheck über die Interpretation des Chanukka-Festes im Talmud und in den späteren Überlieferungen.
Mit dem Besuch der „Schalom-Singers“ endete die Feier mit gemeinsamem Singen von Chanukka-Liedern. Eine besinnliche Feier an einem kalten Dezemberabend.
// Egalitärer Minjan

Rabbinerin Elisa Klapheck und Chasan Daniel Kempin zünden die 6. Chanukka-Kerze an.

Kaum Platz für mehr Chanukkiot – das Kerzenzünden ist für Kinder ein ganz besonderes Erlebnis.

Singen und beten. Der Egalitäre Minjan der Jüdischen Gemeinde Frankfurt feierte das Chanukka-Fest mit dem Anzünden der 6. Kerze.

Singen und beten. Der Egalitäre Minjan der Jüdischen Gemeinde Frankfurt feierte das Chanukka-Fest mit dem Anzünden der 6. Kerze.
Fotos: Gemeindemagazin
